Hepatitis-B

Eine Virushepatits kann von unterschiedlichen Erregern verursacht werden, am Häufigsten ist allerdings die Hepatitis-B-Erkrankung. Eine besondere Bedeutung kommt der dieser Erkrankung auch durch die hohe Zahl von chronischen Virusträgern zu.

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Musik: Orb Gettarr - “The Simple Truth”


Das Virus kommt gehäuft bei Menschen mit intravenösem Drogengebrauch und Männern, die gleichgeschlechtlichen Sex praktizieren, vor. Die meisten Ansteckungen erfolgen jedoch durch sexuellen Verkehr zwischen Mann und Frau. Eine weitere Risikogruppe ist medizinisches Personal.
Das Virus kann nicht nur im Blut, sondern kann auch in Speichel, Sperma und Vaginalsekret nachgewiesen werden.

Beim Hepatitis-B-Virus (kurz HBV) handelt es sich um ein DNA-Virus aus der Gruppe der Hepadnaviren. Es existieren 8 verschiedene Genotypen (A-H). Das Virus besteht aus mehreren Komponenten, von denen die Folgenden in der Diagnostik eine besondere Rolle spielen:

  • Hüllprotein (Hbs-Ag)
  • B-Core-Antigen (Hbc-Ag)
  • Envelope-Antigen (Hbe-Ag)
  • DNA des Zellkerns

Hepatitis-B-spezifische Antigene und Antikörper

Im Verlaufe der Erkrankung kann im Blut zuerst das HBs- und fast zeitgleich das HBe-Antigen nachgewiesen werden. Das HBs-Antigen präsentiert sich bereits vor dem Anstieg der Transaminasen und persistiert während der gesamten Phase klinischer Symptomatik. In den Fällen, in denen es zu keiner Chronifizierung kommt, verschwindet es nach Auftreten der entsprechenden anti-HBs-Antikörper nach ca. 4 Wochen. Letztere bleiben für den Rest des Lebens bestehen und schützen vor erneuter Infektion. Der Nachweis des HBe-Antigens spricht für eine aktive Replikation des Virus. Ein weiteres Zeichen hierfür ist der Nachweis von HBV-DNA durch eine Polymerasekettenreaktion, die ebenfalls bereits mit Beginn der Erkrankung positive Ergebnisse erbringt.
Als erste Antikörper der Erkrankung zeigen sich die anti-HBc. Sie treten bereits 1 bis 2 Wochen nach Präsentation des HBs-Antigens und somit vor den anti-HBs-Atnikörpern auf. Das HBc-Antigen selbst kann aufgrund seiner Lokalisation im Inneren der Virushülle nicht nachgewiesen werden. Die zunächst vorherrschenden anti-HBc-Antikörper gehören der Gruppe der IgM an und werden im Verlaufe von der IgG-Gruppe abgelöst. Die anti-HBe-Antikörper präsentieren sich zeitlich zwischen dem Auftreten der Anti-HBc- und der Anti-HBs-Antikörper.

Reihenfolge des Auftretens von Antigenen und Antikörpern im Überblick

  1. HBs-Antigen
  2. HBe-Antigen
  3. anti-HBc-Antikörper
  4. anti-HBe-Antikörper
  5. anti-HBs-Antikörper

Es ist zu beachten, dass dieses Schema nur für die Fälle gilt, in denen es zu einer kompletten Ausheilung der Erkrankung kommt. Das Risiko einer Chronifizierung beträgt etwa 10%. Es kommt dann zu keinem Auftreten von anti-HBs-Antikörpern und das HBs-Antigen persistiert entsprechend. Auch das HBe-Antigen bleibt zunächst bestehen, verschwindet aber häufig nach einigen Jahren. Bei Patienten, bei denen es nicht zum Verschwinden der HBe-Antigene kommt, die Erkrankung also aktiv bleibt, besteht ein Risiko von etwa 20% für die Ausbildung einer Zirrhose oder eines hepatozellulören Karzinoms im Verlaufe von 30 Jahren.

Klinik

Die Inkubationszeit der Erkrankung beträgt durchschnittlich 12-14 Wochen, kann aber auch bis zu einem halben Jahr dauern.
Die Hepatitis beginnt schleichend und wird in den meisten Fällen vom Patienten nicht bemerkt. Von den 90% der Patienten, deren Erkrankung folgenlos ausheilt, bleiben etwa 2/3 die gesamte Zeit über asymptomatisch. Die symptomatischen Patienen beginnen meist mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Arthralgien und Oberbauchschmerzen. Erst im Verlaufe kommt es zu typischeren Symptomen wie Druckschmerz über der Leber durch Hepatomegalie, Ikterus, Juckreiz und Entfärbung des Stuhls. Viele Virushepatitieden verlaufen allerdings anikterisch.
Nur in etwa 1% entwickelt sich eine fulminante Hepatitis mit einer hohen Mortalität von bis zu 60%.

Extrahepatische Manifestationen

Im Gegensatz zu anderen Virushepatitieden, kommen extrahepatische Manifestationen bei der Hepatitis-B häufiger vor.
Als kutane Manifestationen kommen ein makulopulöses Exanthem der Haut, sowie seltener bei Kindern das Gianotti-Crosti-Syndrom vor. Bei letzterem kommt es unter anderem zu rötlichen Papeln der Haut mit Lymphadenopathien und einer Splenomegalie.
Rheumatische Manifestationen umfassen neben Arthralgien auch Polymyalgia Rheumatica, Polyarteritis nodosa, vaskuläre Lesionen und eine Kryoglobulinämie.
An der Niere kann es vor allem bei chronischem Erkrankungsverlauf zu einer Glomerulonephritis kommen.
Neurologische Manifestationen sind die Polineurits und das Guillain-Barré-Syndrom.
Während die genannten Manifestationen vor allem durch die Wirkung von Immunkomplexen zustanden kommen, sind direkt durch das Virus induzierte Komplikationen wie Aplastische Anämie, Pankreatitis und Perikarditis extrem selten.

Diagnostik

Für den Nachweis einer akuten Infektion sind Anti-HBc-Antikörper der IgM-Gruppe essenziell. Auch auf das HBs-Antigen wird getestet, es kann allerdings in einigen Fällen trotz akuter Infektion negativ sein. Zur Abschätzung der Infektiösität und zur Kontrolle unter Therapie wird mittles Polymerasekettenreaktion der HBV-DNA-Titer bestimmt.

Therapie

Eine Therapie kann in erster Linie mit Interferon-α und Lamivudin durchgeführt werden, ist aber nur bei chronischem Verlauf indiziert.
Wichtiger ist vielmehr die Prophylaxe durch aktive Impfung, welche bei allen Säuglingen und Kleinkindern durchgeführt werden sollte. Eine Indikation für eine Impfung besteht auch bei allen anderen anti-HBc-negativen Personen und bei Personen mit positivem anti-HBc aber niedrigem anti-HBs-Titer. Bei Kontakt, z.B. durch Nadelstichverletzung wird eine passive Impfung mit Hepatitis-B-Hyperimmunglobulin durchgeführt.

Hepatitis-B und Schwangerschaft

Das Risiko einer Ansteckung des Kindes hängt stark vom Status der Antigene ab. Bei positiven HBs- und HBe-Antigenen ist das Risiko mit 90% sehr hoch, während das alleinige Vorliegen von HBs-Antigenen nur mit einem Ansteckungsrisiko von etwa 10% einhergeht.
Die Geburt per Sectio reduziert das Ansteckungsrisiko gegenüber der vaginalen Geburt nicht. Alle Schwangere mit positiven HBs-Antigenen sollten mit Hepatitis-B-Hyperimmunglobulinen behandelt werden. Da bei Infektion des Neugeborenen die Chronifizierungsrate sehr hoch ist, erhält das Kind bereits innerhalb der ersten 12 Stunden die erste Impfung und wird außerdem ebenfalls mit Hepatitis-B-Hyperimmunglobulinen behandelt. Die weiteren Impfungen erfolgen dann nach 1 bis 2 bzw. 6 Monaten. Nach Abschluss der Impfungen sollte ein erneuter serologischer Test durchgeführt werden.

3 Kommentare

    Kato Februar 7th, 2008

    Mir gefehlt diese Seite sehr. Danke schon für alle die es vertig gemacht haben.

    admin Februar 7th, 2008

    Vielen Dank für die Blumen!

    Sollte eigentlich Motivation genug sein, um mal wieder ein paar neue Beiträge online zu stellen…

    tillekills September 15th, 2008

    sehr gut…

    merkhilfe: secces für die reihenfolge

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